Kroatien
Wer an Kroatien denkt, hört den Klang der Fan-Gesänge, sieht die rot-weißen Schachbrettfelder und erinnert sich an große Turnierabende. Die Nationalmannschaft ist zwar erst seit den frühen 1990er-Jahren eigenständig im Weltfußball vertreten, aber sie hat in erstaunlich kurzer Zeit eine Geschichte geschrieben, die wie gemacht ist für Retro-Nostalgie. Nach der Unabhängigkeit wurde Kroatien 1992 FIFA-Mitglied […]
Wer an Kroatien denkt, hört den Klang der Fan-Gesänge, sieht die rot-weißen Schachbrettfelder und erinnert sich an große Turnierabende. Die Nationalmannschaft ist zwar erst seit den frühen 1990er-Jahren eigenständig im Weltfußball vertreten, aber sie hat in erstaunlich kurzer Zeit eine Geschichte geschrieben, die wie gemacht ist für Retro-Nostalgie.
Nach der Unabhängigkeit wurde Kroatien 1992 FIFA-Mitglied und startete rasant: Bei der EM 1996 in England gab die Mannschaft ihr Turnierdebüt und erreichte auf Anhieb das Viertelfinale, wo man dem späteren Europameister Deutschland knapp 1:2 unterlag. Nur zwei Jahre später folgte das internationale Durchbruchswerk: die WM 1998 in Frankreich. Angeführt von Zvonimir Boban und dem eleganten Robert Prosinečki, und mit Torjäger Davor Šuker in Hochform, besiegte Kroatien im Viertelfinale Deutschland mit 3:0, verlor das Halbfinale 1:2 gegen den Gastgeber, sicherte sich aber mit einem 2:1 gegen die Niederlande den dritten Platz. Šuker krönte das Turnier als Torschützenkönig – ein Meilenstein, der bis heute in jedem Gespräch über klassische Kroatien-Trikots mitschwingt.
Auch die EM 2008 brachte Drama pur: ein beeindruckender Gruppenauftritt mit einem 2:1 gegen Deutschland – und dann das bittere Aus im Viertelfinale gegen die Türkei nach einem späten Ausgleich in der Verlängerung und einem verlorenen Elfmeterschießen. Solche Momente, knapp am ganz großen Wurf vorbei, prägen die Aura der kroatischen Fußballgeschichte ebenso wie die Triumphe.
Die zweite große Blütezeit kam 2018: Bei der WM in Russland kämpfte sich Kroatien mit einer Mischung aus Technik, Widerstandskraft und unbändigem Willen bis ins Finale. Siege im Elfmeterschießen gegen Dänemark und Russland, ein 2:1 nach Verlängerung gegen England im Halbfinale – und schließlich das 2:4 im Endspiel gegen Frankreich. Der Taktgeber dieser Generation, Luka Modrić, wurde als Weltfußballer ausgezeichnet und steht sinnbildlich für die Eleganz und Intelligenz, die viele mit den kroatischen Farben verbinden. Vier Jahre später, bei der WM 2022 in Katar, bestätigte Kroatien mit Platz drei – nach einem legendären Viertelfinale gegen Brasilien (Sieg im Elfmeterschießen) und einem 2:1 im Spiel um Platz drei gegen Marokko – seinen Status als Turniermannschaft. Dazwischen erreichte das Team 2023 das Finale der UEFA Nations League und verlor erst im Elfmeterschießen gegen Spanien.
Was die Trikots so ikonisch macht? Das Schachbrettmuster – die „Šahovnica“ – in Rot und Weiß, unverwechselbar seit den 1990er-Jahren, oft modern interpretiert, aber immer tief verwurzelt in Identität und Stolz. Ob man an Šukers elegante Abschlüsse denkt, an Bobans Führungsstärke oder an Modrić’ zeitlosen Spielwitz: In den klassischen Kroatien-Trikots steckt eine Geschichte aus Herz, Technik und unvergesslichen Sommern. Genau das macht ihren Retro-Charme so unwiderstehlich.